Chamäleon
von Gerald Hartwig

Jerry macht sich in „Chamäleon“ auf die Reise um den halben Globus, um zu testen, ob Träume eine Grenze haben können und er sucht sich dafür den passendsten Ort aus, den man sich denken kann: die Traumfabrik.
Gibt es eine treffendere Bezeichnung für die Filmindustrie in Los Angeles, für Hollywood? Ein Lebenstraum aber ist ein Wunsch und der Wunsch ist vor allem ein politisches, gesellschaftliches und ganz besonders, ein revolutionäres Phänomen. Der Wunsch ist revolutionär, weil er sich eben nicht auf ein bestimmtes Objekt oder Ziel richtet, sondern gewünscht wird ein Gefüge, eine Szene, ein Gesamtzusammenhang. Da dem Einzelnen die Kraft dazu fehlt (der Wunsch ist politisch), der Wunsch aber nicht aufgegeben werden kann, bleibt die Selbstverwandlung als letzter Ausweg.
Jerry wird zum Chamäleon. Welche Farbe hat ein Chamäleon? Ein schmerzhafter Prozess, gerade dann, wenn man 19 Jahre alt ist und Wunsch mit Illusion, Rausch, Erfolg verwechselt. Eine Geschichte des Scheiterns am Ende, aber nur dann, wenn man nach der Dramaturgie Hollywoods beurteilt. Denn gegen alle Gefährdungen durch menschliche Enttäuschungen, systemische Hürden und persönliche Fehlentscheidungen hinweg, bleibt der Wille (Wunsch) zum kreativen Ausdruck, zum künstlerischen Prozess.

WERKstatt 2.16   Premiere 30. September

Graz-Premiere: 6. Oktober 2016

7., 8., 19., 20., 21., 22. Oktober
jeweils 20 Uhr

Volkshaus Graz
Lagergasse 98a

Inszenierung: Kropsch/Halbedl
mit: Ninja Reichert, Werner Halbedl, Christian Krall, Gerald Hartwig
Stimmen: Barbara Belic, Alfred Maschler
Technik: Sarah Füssl und Peter Spall
Zeichnungen: Gerald Hartwig

Karten: per Mail, oder unter 0660/600 44 19
Preise: 15€/10€(ermäßigt)